Was passiert mit Ihrem Venmo-Konto, wenn Sie sterben?

Venmo-Konten können weder vererbt noch übertragen werden, aber ein Testamentsvollstrecker kann das Konto schließen und ein verbleibendes Guthaben für den Nachlass zurückholen. So läuft es wirklich ab und so sorgen Sie vor.

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Venmo gehört zu den häufigsten Wegen, Geld zwischen Freunden zu verschicken, Rechnungen zu teilen und bezahlt zu werden. Weil es auf dem Smartphone läuft und nicht in einer klassischen Bankfiliale, wissen Familien oft nicht, was nach dem Tod des Inhabers mit einem Venmo-Konto geschieht. Die kurze Antwort: Das Konto wird geschlossen, nicht vererbt, und ein übriges Guthaben gilt als Teil des Nachlasses.

Venmo gehört PayPal, das es 2013 übernommen hat. Das ist wichtig, denn Venmo bearbeitet Anfragen zu verstorbenen Nutzern über das eigene Support-Team, während eine Venmo Credit Card getrennt davon von der ausgebenden Bank betreut wird.

Ein Venmo-Konto wird geschlossen, nicht übertragen

Venmo lässt niemanden das Konto eines Verstorbenen übernehmen. Die Support-Hinweise sind eindeutig: Venmo kann niemand anderem als dem ursprünglichen Kontoinhaber Zugang zu einem Venmo-Konto geben oder das Konto auf ihn übertragen. Eine Funktion wie einen „Legacy Contact“ (Nachlasskontakt) oder einen Begünstigten, wie manche anderen Plattformen sie bieten, gibt es bei Venmo nicht.

Eine bevollmächtigte Person kann Venmo bitten, das Konto zu schließen und ein verbleibendes Guthaben an den Nachlass auszuzahlen. Ein positives Guthaben wird zu einem Vermögenswert des Nachlasses und nach dem Testament oder den Regeln der gesetzlichen Erbfolge (intestacy) verteilt, nicht an denjenigen, der zufällig die Zugangsdaten kennt.

Wer die Schließung beantragen kann

Venmo erwartet, dass der Antrag von jemandem kommt, der befugt ist, für den Nachlass zu handeln, in der Regel vom Testamentsvollstrecker (executor) oder Nachlassverwalter (administrator), den ein Nachlassgericht (probate court) benannt hat. Ein naher Angehöriger kann das Gespräch meist anstoßen, doch wenn Geld auf dem Konto liegt, verlangt Venmo einen Nachweis, dass die antragstellende Person die Angelegenheiten des Verstorbenen regeln darf.

Unterlagen, die Venmo verlangt

Mindestens verlangt Venmo:

  • Eine Kopie der Sterbeurkunde des Kontoinhabers.

  • Den vollständigen Vor- und Nachnamen der verstorbenen Person.

  • Die mit dem Venmo-Konto verknüpfte E-Mail-Adresse und/oder Telefonnummer.

Wenn auf dem Konto ein Guthaben oder Krypto-Vermögen liegt, kann Venmo zusätzlich verlangen:

  • Einen gültigen amtlichen Lichtbildausweis der Person, die den Antrag stellt.

  • Einen Adressnachweis, damit bei einem offenen Betrag ein Scheck verschickt werden kann.

  • Rechtliche Unterlagen, die belegen, dass Sie berechtigt sind, für den Nachlass zu handeln, etwa einen Beschluss des Nachlassgerichts (probate court order), ein Testamentsvollstreckerzeugnis (letters testamentary) oder eine Bestallungsurkunde (letters of administration), die Sie als Testamentsvollstrecker oder Nachlassverwalter benennt.

Die genaue Liste kann von Fall zu Fall abweichen, und Venmo bestätigt die Anforderungen, sobald Sie mit einem Mitarbeiter verbunden sind.

So kontaktieren Sie Venmo

Venmo bearbeitet solche Anfragen über sein Support-Team und nicht über ein öffentliches Formular. Gehen Sie in der Venmo-App auf Me > Settings > Get Help > Chat With Us und bitten Sie darum, mit einem Mitarbeiter zu sprechen, oder nutzen Sie die Optionen auf der Contact-Us-Seite von Venmo. Sobald Sie verbunden sind, stellt der Mitarbeiter in der Regel einen sicheren Upload-Link bereit, über den Sie die Sterbeurkunde und weitere Nachlassunterlagen sicher übermitteln können, statt sensible Unterlagen per E-Mail zu schicken.

Was mit dem Guthaben geschieht

Hat das Konto ein positives Guthaben, verschwindet das Geld nicht einfach und wird auch keinem beliebigen Familienmitglied zugesprochen. Es gehört zum Nachlass. In der Praxis wird das Geld auf ein verknüpftes Bankkonto überwiesen oder Venmo stellt einen Scheck aus, weshalb ein Adressnachweis verlangt werden kann. Von dort wird es wie jeder andere Vermögenswert nach dem Nachlassplan oder im Nachlassverfahren (probate) verteilt.

Venmo-Guthaben sind meist klein, weil die meisten Menschen ihr Geld direkt auf die Bank schieben. Dennoch sollten auch ein geringes Guthaben und ausstehende eingehende Zahlungen erfasst werden, damit sich das Konto sauber schließen lässt.

Die Venmo Credit Card ist getrennt

Hatte die verstorbene Person eine Venmo Credit Card, ist das ein Kreditprodukt der Synchrony Bank und kein Guthaben, das sich abheben lässt. Synchrony hat ein eigenes Verfahren, um den Tod eines Karteninhabers zu melden, und die Karte muss in der Regel geschlossen werden, bevor das zugehörige Venmo-Konto vollständig geschlossen werden kann. Offene Kartenschulden werden über den Nachlass abgewickelt, nicht über den Venmo-Support.

Sorgen Sie vor, damit Ihre Familie nicht raten muss

Digitale Geldbörsen werden in einem Nachlassplan leicht übersehen, gerade weil sie auf dem Smartphone liegen. Ein paar einfache Schritte machen einen echten Unterschied:

  • Listen Sie Ihre Finanz-Apps auf (Venmo, PayPal und ähnliche), in Ihren Nachlassunterlagen oder in einem sicheren Verzeichnis, ohne Passwörter in das Testament selbst zu schreiben, denn das wird zu einer öffentlichen Akte.

  • Benennen Sie einen Testamentsvollstrecker und sorgen Sie dafür, dass er weiß, dass diese Konten existieren und wo er die Angaben findet.

  • Halten Sie Guthaben niedrig und überweisen Sie Geld auf ein dokumentiertes, verknüpftes Bankkonto, damit weniger in der App hängen bleibt.

  • Dokumentieren Sie verknüpfte Konten und Karten, auch eine eventuelle Venmo Credit Card, damit Ihr Testamentsvollstrecker weiß, an wen er sich wenden muss (Venmo-Support oder Synchrony).

  • Halten Sie die mit dem Konto verbundene E-Mail-Adresse und Telefonnummer aktuell, denn Venmo nutzt sie, um das Konto zu finden.

Nichts davon erfordert zu Beginn einen Anwalt, aber es lohnt sich, es mit Ihrem übrigen Nachlassplan abzustimmen, besonders wenn Guthaben oder geschäftliche Zahlungen über das Konto laufen.

Häufig gestellte Fragen

Quellen